Transformation räumlicher Prinzipien

 

Die Geschichte der Architektur ist eine Geschichte des Transfers. Architektur ist ohne Migration nicht denkbar.

Menschen, die nach Deutschland immigrieren bringen das Bedürfnis nach kulturspezifischen räumlichen Programmen und Gebäudetypologien mit, die es davor in Deutschland nicht gegeben hat.

Diese Typologien entstanden in einer konkreten urbanen Morphologie und einem spezifischen sozialen Kontext in einem spezifischen Zeitraum. Ihre räumlichen Prinzipien wirken über die eigentliche Grenze der Typologie hinaus, sind verbunden und interagieren mit dem lokalen Kontext, in dem sie entstanden sind.

Beim Transfer in einen neuen Kontext kommt es zu einer Selektion typologierelevanter räumlicher Prinzipien. Diese werden beim Einfügen in den neuen Kontext transformiert.

Ihr kulturelles Bezugsfeld ist nicht auf einen Ort beschränkt. Transnationale Identitäten finden ihren Ausdruck in Architektur, deren konkrete Bestandteile – Typologie, umgebendes Regelwerk, räumliche Idee, sowie Bauherr, Architekt, spezialisierte Bauarbeiter, Gebäudeteile oder Materialien aus unterschiedlichen Teilen der Welt stammen und an einem neuen Ort neu zusammengebracht werden.

Die aus diesen Prozessen entstehende Architektur ist bisher in Deutschland kaum als kulturelles Artefakt rezipiert.

Die Arbeit untersucht anhand zeichnerischer Analysen gebauter Beispiele in Deutschland und ihrer Referenzen an unterschiedlichen Orten der Welt die Transformation und Entstehung räumlicher Prinzipien in Zusammenhang mit dem Kontext.

Autor
Anna Marijke Weber

Kategorie
Promotion

Verantwortliche Lehreinheit
Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens

Laufzeit
seit 2012, in progress

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