25.06.2019 // Gastvortrag: "Aufstieg und Krise der Marke bauhaus, 1919 - 2019"

19.06.2019
 

In seinem Vortrag stellt Philipp Oswalt, ehemaliger Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, seine Gedanken zum Begriff „Bauhaus“ anlässlich des hundertjährigen Bauhaus-Jubiläums vor.

"Nicht Funktion und Gebrauch zeichnen das Bauhaus aus, sondern Symbolik. Ob Quadrat,
Dreieck oder Kreis, ob Wagenfeld-Lampe, Schlemmer-Kopf oder weiße Kuben
mit Flachdach: Das Bauhaus hat ikonische Bildzeichen und einen Stil kreiert, der weder
funktional noch sozial ist, aber visuell prägnant.
Bauhaus-Gründer Walter Gropius zielte von Anfang an darauf, aus dem Bauhaus eine
Marke zu entwickeln – mit Erfolg. Sei es in Konsum, Politik oder Kultur: Mehr als
achtzig Jahre nach seiner Schließung ist das Bauhaus präsenter als je zuvor. Es ist inzwischen
zu einer partizipativen Marke geworden, die nicht mehr zentral gesteuert
werden kann, sondern an der unzählige Produzenten und Konsumenten mitgeschrieben
haben. Das einstige Versprechen nach Funktionalität und sozialer Verpflichtung
bleibt dabei allerdings uneingelöst."

Datum und Veranstaltungsort
25. Juni 2019, 18:30 Uhr, RWTH Aachen University, Rogowski-Institut, Hörsaal EPh

Biografie:
Philipp Oswalt, geb 1964, Architekt und Publizist in Berlin. 1988-1994 Redakteur der Architekturzeitschrift Arch+, 1996/97 Mitarbeiter im Büro OMA/ Rem Koolhaas, 1998 1. Preis im Wettbewerb für das ehemalige Frauen-KZ Ravensbrück (mit Stefan Tischer und Stefanie Oswalt) mit anschließender Teilrealisierung, 2000-2002 Gastprofessur an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Initiator und Co-Leiter des Europäischen Forschungsprojektes „Urban Catalyst“ 2001 - 2003. Mitinitiator und Co-Kurator der kulturellen Zwischennutzung des Palastes der Republik ZwischenPalastNutzung/ Volkspalast 2004 Leiter des Projektes Schrumpfende Städte der Kulturstiftung des Bundes 2002-2008. Seit 2006 Professor für Architekturtheorie und Entwurf an der Uni Kassel. 2009 - 2014 Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau. Mitinitiator von projekt bauhaus 2015, Mitglied des Projektbeirats für die Gründung des documenta Instituts in Kassel seit 2016. Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zur zeitgenössischen Architektur und Stadtentwicklung.